Ostern einmal anders!

Tagebuch vom Führungskräfte-Lehrgang

17. - 26.04.2003 in Lutzenberg

Ostern ist ein Fest, das "normale" Leute im Kreise ihrer Familie feiern. Aber wir, 16 Teilnehmer und 5 Teamer, trafen uns am Gründonnerstag zum Führungskräfte-Lehrgang in Lutzenberg, der nicht nur über Ostern, sondern ganze 10 Tage dauern sollte.

Ebenso vielfältig wie die Ortsgruppen, aus denen wir Teilnehmer kamen, waren auch wir und unsere Erwartungen an die gemeinsam zu verbringende Zeit. Unter dem Motto [16:9], Leben im Breitbildformat, verbarg sich eine weites Themenfeld an Referaten.

Außerdem konnten wir eigenständig ein Projekt von der ersten Idee bis zum Abschluss durchführen. Aber alles der Reihe nach.

Donnerstag 17. April 2003

Nachdem wir uns alle im CVJM-Heim in Lutzenberg eingefunden hatten, hatten wir die Gelegenheit, uns bei verschiedenen Spielen kennen zu lernen. Außerdem konnten wir unsere Erwartungen an Lehrgang, Referenten und Teilnehmer loswerden.

Freitag 18. April 2003

Am Karfreitag stiegen wir dann gleich voll ein. Es ging um Lust und Frust bei unserer DLRG-Arbeit, und es war doch immer wieder erstaunlich, dass es doch oft ähnliche Probleme gab, die immer wieder auftauchen.

Nach der Mittagspause ging es dann mit Grundlagen über Visualisieren, Präsentieren und Moderieren weiter: worauf müssen wir achten, wenn wir vor der Gruppe stehen und Flip-Charts und Meta-Plan-Wände benutzen? Wie moderiert man eine Gruppe? Dieses Referat bildete die Grundlage für die nächsten Tage, denn zu moderieren und präsentieren gab es viel in den folgenden Tagen.

Am Abend verzogen sich dann alle in die Zimmer. Nein, nicht um zu schlafen, es stand ein Planspiel an, bei dem die Gruppen verschiedene Personen darstellten. Kommunikation war nur über Briefe möglich. So entwickelte sich dann eine Geschichte, die hoffentlich im "normalen" Leben nicht so häufig vorkommt.

Samstag 19. April 2003

Der Ostersamstag begann mit einem eigentlich einschläfernden Thema: Aufbau der DLRG. Aber Ramona und Markus verstanden es, uns den Aufbau der DLRG so näher zu bringen, dass wir uns dabei sogar aktiv beteiligen konnten. So wählten wir aus unserer Gruppe dann den "König von Deutschland": den Bundesjugendvor-sitzenden. Natürlich richtig demokratisch, mit Wahlen von den Ortsgruppen bis zur Bundesjugend.

Dann stand wieder ein Thema an, das für die verbleibenden Tage wichtig sein sollte. Oli und Andi führten uns in die Kunst des Projekt- und Zeitmanagements ein. Wie schaffe ich es, dass ich bei dem ganzen erdrückenden Stress auch mal Luft zum Atmen habe? Wie kann ich sinnvoll delegieren, und dann noch so, dass es dem, der es jetzt machen muss, auch noch Spaß macht?

Mit diesem Wissen im Hinterkopf konnte es dann am Abend mit dem losgehen, was sich durch den ganzen Lehrgang fortsetzte: unser Projekt. Ihr dürft machen, was ihr wollt, hieß es, ihr seid frei, ihr habt Bus, Handys, Sporthalle, Plakatwand und ein bisschen Geld zur Verfügung. So folgten wir einer der goldenen Regeln des Lehrgangs, SPINNEN ERLAUBT, und pinnten Wände mit Ideen voll.

So kristallisierte sich nach und nach etwas heraus, was wir machen könnten. Die Ausgestaltung der Ideen wurde auf die nächsten Tage verschoben, denn der Abend war schon sehr weit fortgeschritten, und Spinnen strengt an.

Sonntag 20. April 2003

Ostern war da, und der schöne Oster-sonntag begann mit einem Lehrgangspart im Freien. Ralf stellte uns vor einige Aufgaben aus der Erlebnispädagogik. Eine schnelle und gute Gruppenentscheidung war wichtig, um die Aufgabenspiele zu lösen. Und das gelang uns anscheinend, denn wir waren halbe Stunde früher fertig, als der Referent geplant hatte.

Die letzte Aufgabe war dann dem Tag angepasst: Sucht mit verbundenen Augen Eure Schokoladen-Osterhasen! Einige Hasen haben die Jagd zwar nicht überlebt, aber erwischt haben wir alle.

So konnten wir dann auch frisch gestärkt Lutz und Marcus zuhören, die zum Thema OEKA (Öffentlichkeitsarbeit) referierten. Natürlich beinhaltete auch dieser Part einen Praxisteil, so dass wir zum Schluss unsere Werbung für drei fiktive Veranstaltungen bestaunen konnten.

An die Planung einer anderen, noch fiktiven Veranstaltung ging es dann am Abend: Wir starteten mit der Planung unseres Projektes. So langsam lichtete sich der Nebel, der noch die Flut von Ideen und Spinnereien umgab. Wir überlegten schon mal, was es zu organisieren gab, auch wenn wir noch gar nicht wussten, was wir überhaupt tun wollten. Das sollte sich nach der Rückkehr des Erkundungstrupps klären.

Montag 21. April 2003

Heute machten wir uns auf in unser siebtes Lebensjahr: KIGA (Kindergruppenarbeit) stand auf dem Programm. Wie sieht ein Kind die Welt? Wie sieht es die Großen? Und da wir gerade sowieso ins Kindesalter zurückversetzt waren, erfreuten wir uns natürlich auch gleich mit Basteln und Spielen.

Nicht ganz so kindisch ging es dann am Nachmittag zu. "Lassie" besuchte uns und brachte uns WuF (Wirtschaft und Finanzen) näher. So lernten wir, woher wir Geld bekommen können und wie wir am besten unsere Finanzen verwalten. Das konnten wir dann auch gleich an einer fiktiven Jugendkasse ausprobieren.

Weiter ging es abends wieder mit dem Projekt, das Design für die am nächsten Morgen zu malende Plakatwand stand. Mit den Ergebnissen der Erkunder planten wir unsere Spinnereien und überlegten, was wir denn so alles brauchen könnten, um sie zu realisieren.

Dienstag 22. April 2003

Ein Teil der Gruppe zog erst einmal los, die Plakatwand zu gestalten. Ein weiterer Teil fing an, das umfangreiche Material zu organisieren. Der Rest der Gruppe sponn munter weiter und vertrieb den Nebel, der sich noch um die einzelnen Programm-punkte rankte. Das Projekt kam langsam ins Laufen, riesige Begeisterung machte sich breit, der "Groove" setzte ein. Dieser "Groove" trug uns durch den ganzen Lehrgang und hob die ohnehin geniale Stimmung noch mehr an.

So beschwingt begaben wir uns dann zu Marco und Martin zum FLiB-Referat. Wir organisierten zwei Zeltlager und zwei Städte-Touren, in die die Referenten natürlich ein paar Stolpersteine einstreuten. Durch die unerwarteten Zwischenfälle strauchelten wir zwar ein wenig bei unserer Organisation, aber eine Lösung fanden wir immer. Damit wir mit diesen Stolpersteinen später in der Praxis noch besser umgehen können, wurde unser Organisationsdrang von Erläuterungen zu wichtigen Versicherungen und anderen wichtigen Gesichtspunkten unterbrochen.

Für einen DLRG-Lehrgang eigentlich ungewöhnlich, aber es dauerte wirklich bis Dienstag abend, also fünf volle Tage, bis wir mal ins Wasser kamen. Nadine, Markus und Jürgen übernahmen den Part SRuS im Schwimmbad in Backnang. Während Markus und Jürgen uns die wichtigsten Wettkampfregeln näher brachten, vergnügte sich Nadine mit uns bei Spielen im Wasser. Geschafft von der anstrengenden Wasserarbeit wurden wir von den Teamern ganz nett im CVJM Heim mit einem kleinen Snack und Drinks überrascht.

Mittwoch 23. April 2003

Jo und Marcus schafften es, das Thema Recht und Versicherung wirklich so rüber zu bringen, dass es richtig lebendig wirkte. Anderen Referenten zum gleichen Thema sei hier das Spiel "Schöne Ferien" ans Herz gelegt.

Am Nachmittag ging es in das Land der Hobbits. Mit verbundenen Augen tasteten wir uns immer zu zweit, an den Hand-gelenken "aneinander gekettet" mit einem Wollfaden, durch einen riesigen Sinnesgarten. Es waren Hindernisse zu überqueren, Tunnel zu durchkrabbeln und viele weitere interessante Dinge zu entdecken, wobei wir uns allein auf unseren Tastsinn und unseren Partner verlassen mussten.

Den eigentlich freien Abend verbrachten wir natürlich wieder mit der Arbeit für das Projekt. So langsam kristallisierte sich ein Event heraus, für das wir uns ganz spezielle und außergewöhnliche Sachen vorge-nommen hatten - spinnen eben!

Donnerstag 24. April 2003

Am Morgen gab es dann die Gelegenheit, sich selbst beim Sprechen zu sehen. Christine stellte uns die Kunst zu Reden vor. Nach ein paar einführenden Worten durfte gleich jeder ran und nach kurzer Vorbereitung eine kleine Ansprache halten. Die Videoaufnahme davon wurde auch gleich gemeinsam analysiert.

Nach einem letzten Projektplanungsnach-mittag für den Feinschliff für unser Big Event entspannten wir uns beim Relax-Abend bei entspannender Musik und Massage.

Freitag 25. April 2003

Freitag war dann High Noon: Am Morgen bereiteten wir unser Event vor, so dass die über 50 Teilnehmer einen erlebnisreichen Nachmittag bei unseren Aktionen verbringen konnten.

Mehr möchten wir nicht verraten, denn ihr sollt auch euren Spaß haben, wenn ihr vielleicht diesen Lehrgang besucht - den wir euch wärmstens empfehlen können! Das gelungene Projekt wurde am Abend dann ausführlich gefeiert und wir konnten den letzten Abend gesellig zusammen verbringen.

Der Tag des Abschieds war dann schneller da, als wir ihn alle erwartet hatten. Nach einer herzlichen Verabschiedung unter-einander brachen wir dann wieder in alle Himmelsrichtungen auf.

Wir tragen den "Groove" in uns und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. In Erinnerung bleibt uns ein genialer Lehrgang in einer tollen Gruppe, für den wir den Teamern und den Referenten ganz herzlich danken.